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Hackathon

Das war der Hackathon IoT Meister(n) Düsseldorf

Die Umsetzungsphase des Hackathon Handwerk am 21.01.2020 ließ die Handwerker an der Handwerkskammer Düsseldorf zu „IoT-meister[n]“ werden. 

Nach der theoretisch basierten Ideenfindungsphase im vergangenen November entwickelten die rund 50 Handwerker aus 30 Gewerken am Dienstag die Umsetzung ihrer Lösungen zum Internet der Dinge. Zusammen mit der Handwerkskammer Düsseldorf, dem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk (KDH) und dem Lehrstuhl für Technologien und Management der Digitalen Transformation der bergischen Universität Wuppertal (TMDT) arbeiteten die Handwerker an ihren Prototypen und Prozessen.

Bevor es ans Werk ging, begrüßte Handwerkskammer Präsident Andreas Ehlert die Teilnehmer. „Mir ist es ein Anliegen die Dinge in die Zukunft zu tragen. Wir müssen mutig die Zukunft annehmen und Chancen ergreifen.“

Das ließen sich die Handwerker kein zweites Mal sagen und legten nach einer kurzen Einführung von Christoph Krause, Leiter des Schaufenster Prozessdigitalisierung im KDH und Initiator des Hackathon Handwerk, damit los, Sensoren so einzusetzen und zu programmieren, dass kostengünstige Services für ihre Gewerke entstehen; in Form von Prototypen aus Mini-Computern. Wie sie die Raspberry-Pi Rechnern und die Sensoren zusammenschalten und programmieren sollten wussten sie bis dato nicht, dafür stand jedoch das TMDT-Team bereit. 

Christoph Krause @servicerebell Koblenz - HipstamaticPhoto 601292477.155304 1024x283 - IoT- meister[n]- wenn aus Handwerkern digitale Macher werden -

Das erste Team arbeitete an einem intelligenten Gebäude per (Feucht)-Monitoring- Plattform zum Schutz der gesamten Instanz, besonders vor Schimmel. Die Sensoren bilden das Kernelement zu einem Frühwarnsystem für den Benutzer, welches per E-Mail und visuell Aufmerksamkeit erregt und sofortige Lösungsansätze bietet, wie lüften oder eine Heizungsregulierung. 

Ein Installateur- und Heizungsbauermeister hat in seinem Team zusammen mit einem Klima- und Kältetechniker sein Fernmeldesystem für Störmeldungen ausgebaut. Wenn der Kunde noch gar nicht merkt, dass die Brenner, Thermen, Kühlschränke und -truhen außerhalb der Normen verlaufen, alarmiert das System bereits den Handwerker, der direkt reagiert. 

Kein intelligentes Haus, sondern ein intelligentes Gewächshaus, war das Thema des nächsten Teams. Man setzt heutzutage auf frische, biologisch angebaute Früchte und Gemüsesorten, doch die Gartenpflege ist zeitaufwendig. Mittels Ultraschall- Sensor wird der Wasserstand der Regentonne angezeigt, während ein Wassersensor die Bodenfeuchtigkeit misst. Wird ein Wert unterschritten, springt eine Pumpe an, setzt einen Wasserzerstäuber in Gang und gießt die Pflanzen.

Prophylaxe stand ebenfalls beim nächsten Team auf dem Programm; die frühzeitige Erkennung von Materialverschleißung ist besonders in der Industrie ein Problem wegen Ausfallzeiten. Deshalb wird ein sogenanntes Verschleißschutzmaterial eingesetzt um das eigentliche Gerät, bspw. eine Trichter im Kieswerk, zu schützen. Bei Hackathon kamen die Handwerker auf die Idee eine Drahtfolie zu entwickeln. Kommt es zur Zerstörung des Drahtes wird ein Stromkreislauf unterbrochen, ein Alarm wird ausgelöst und der Techniker wird informiert. 

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Auch ein Reinigungsunternehmen kann IoT anwenden, indem es Kleidungsstücke mit Wasser- und Reinigungsfesten NFC-Chips versieht. Das Stück ist während des Reinigungsprozesses nachvollziehbar sichtbar und der Fall der „verschwundenen Hemden“ gehört er Vergangenheit an. Außerdem kann man die richtige Reinigung prüfen, sodass die Kleidungsstücke Stoffgerecht gereinigt werden können.

Fernsehen im Winter bei tiefstehender Sonne, ohne permanent den Rollladen per Hand stückweise herunterzulassen oder per Sensor nur komplett zu schließen? Diese scheinbar unlösbare Aufgabe setzen Rollladen- und Sonnenschutztechniker um. Ihre Erfindung lässt die Rollladen sonnenstandgesteuert herunterfahren. An den Rollläden ist der Sensor befestigt, der ihn soweit herunterfahren lässt, bis er nicht mehr in der Sonne steht. Ohne Sonnenschein fährt der Rollladen wieder hoch.

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Das letzte Team erfand eine Sound-Glasscheibe, sodass Musik hören unter der Dusche zum echten Klangerlebnis wird. Weiterhin entwickelten sie einen Multimedia-Spiegel weiter, der per Gestensteuerung das Wetter, die Nachrichten oder Videos abspielen kann. Normale Swipe-Effekte, die man vom Smartphone kennt, erleichtern die Bedienung des Spiegels und der Scheibe.

Die Vielfältigkeit der Ideen und die Kreativität bei der Lösungsfindung begeisterte auch den Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen; Prof. Andreas Pinkwart stattete dem Hackathon Handwerk einen Besuch ab und zeigte sich beeindruckt über die Tiefe und Innovationspotenziale der Projekte.

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„Wir bauen auf das Handwerk bei der Digitalisierung“, sagte Pinkwart motivierend. „Denn der Handwerker ist derjenige, der die Technologie im Alltag erstmal einbauen und das Smarthome funktionstüchtig machen muss,“ so der Minister weiter. „Ohne ein Handwerk, das diese [neuen] Fähigkeiten nicht besitzt, wird Digitalisierung nicht funktionieren.“

Was ist eigentlich ein Hackathon?

Bei einem Hackathon geht es nicht um Sicherheitssysteme, sondern darum, Geschäftsmodelle zu hacken. Die Idee für den Hackathon Handwerk entstand bei der Ideenschmiede Barcamp Koblenz. Das Wort setzt sich zusammen aus den Begriffen „to hack“ und „Marathon“. Dabei geht es allerdings nicht darum Schaden anzurichten, sondern Geschäftsmodelle und -ideen in kurzer Zeit zu programmieren – deshalb auch der Begriff Marathon. 

Weitere Information findet man unter www.hackathon-handwerk.de und www.handwerkdigital.de